Sektion Wynental



VereinsgeschichteBee-Wynental1

Bienenzüchterverein Wynental und Umgebung

 

 

Laut Gründungsprotokoll in alter deutscher Handschrift trafen sich am 28. Juli 1887 21 Gleichgesinnte in Oberkulm und gründeten den Bienenzüchterverein des Wynenthals und Umgebung. Erster Präsident war Dr. J. Süess, Bezirkslehrer in Reinach.

Ziel war es, die darniederliegende Bienenzucht auf eine rationelle Betriebsweise zu heben.“Alte Anschauungen, alte Stände, alte Methoden, alte Beielimannen waren noch an der Tagesordnung. Alte Körbe, sargartige Kasten bildeten die „Zierde“ der morschen, wankenden und schwankenden Stände.“ Die Imkerei sollte zu einem rentablen Zweig der Landwirtschaft gemacht werden.

So fand unter der versierten Leitung von Herrn Theiler vom Rosenberg in Zug ein Bienenzüchterkurs statt, der grossen Anklang fand. „Die freudige Inangriffnahme der Arbeit berechtigte den Verein zu den schönsten Hoffnungen und er durfte sich bald sehen lassen neben andern vorgerückten Gegenden in der Schweiz.“

 

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Der junge Verein schloss sich umgehend dem Verein Deutsch-Schweizer Bienenfreunde an, der bereits seit 1861 existierte. Dieser bezweckte die systematische Förderung der Bienenzucht und Pflege aller zusammenhängender Bereiche, wie Rassenzucht, Wirtschaftlichkeitsfragen, Kurswesen, Bienenkrankheiten, Versicherungswesen, Honigkontrolle, Zuckerbeschaffung, Bienenzeitung, etc.

Der neue Verein hatte offenbar eine grosse Ausstrahlung, fanden sich doch an der ersten Herbstversammlung bereits 90 Personen ein.

Als treibende Kraft für die Imkerei muss hier J.L. Galliker, Pfeffikon, genannt werden.

Zur Frühjahrsversammlung, die wie auch die folgenden ganztägig durchgeführt wurde, erschienen, man höre und staune 250 Interessierte.

In jene Zeit fiel auch der Uebergang vom Strohkorb zum Bienenkasten.

1904 wurde im Pfeffiker Berg eine eigene Belegstation eingerichtet.

 

Nach ersten Jahren der Begeisterung liess das Interesse merklich nach. Schuld daran waren geringe Honigerträge und die hie und da auftretende Faulbrut. Der Bestand des Vereins sank von 80 auf nur noch 55 Mitglieder.

Dann erneuter Aufschwung, der aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh gehemmt wurde. Die Zuckerbeschaffung war sehr schwierig, pro Volk bewilligte das Oberkriegskommissariat nur 5 kg bei einem Preis von Fr. 184.--/100 kg (1920)

 

Ein Anliegen des Vereins war eh und je auch die Verbesserung der Bienenweide, was besonders bei der Bepflanzung der Wyna-Ufer im meliorierten Moos zum Tragen kam.

 

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1937 (50-Jahr-Feier des Vereins) spitzte sich die Wirtschaftslage dermassen zu, dass bald darauf der Zweite Weltkrieg ausbrach. Dem Protokoll ist zu entnehmen: Gotthold Gautschi , Kassier, abwesend wegen Aktivdienst.

Diese schweren Zeiten scheinen das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt zu haben, war doch der Bestand damals bei 174 Mitgliedern, und an den Versammlungen nahmen regelmässig zwischen 100 und 120 Personen teil.

1942 existierten im Verein sogar zwei Zuchtgruppen, nämlich die Gruppe „Trostburg“ und die Gruppe „Wyna“.

In den Kriegsjahren bereitete die Zuckerbeschaffung immer wieder grosse Probleme. Zum einen erfolgten die Lieferungen oft stark verzögert, zum andern war die Zuteilung von 8 bis 10 kg pro Volk knapp bemessen.

1948 wurde die kriegsbedingte Zuckerrationierung aufgehoben.

 

Protokoll vom 30. 5. 1948: Das junge Mitglied Rudolf Burger, Fotograf in Reinach, hielt einen Vortrag über seine im Mikroskopierverfahren hergestellten Arbeiten, wozu er in Liebefeld das Rüstzeug geholt hatte. Er entpuppte sich als Wissenschafter auf diesem Gebiet, sodass man ihn als Mitarbeiter in Liebefeld behalten wollte. „Der Bienenzüchterverein darf stolz sein, dass in seinen Reihen ein solches Genie aufgetaucht ist.“

In den Fünfziger Jahren realisierte Rudolf Burger den Bienenfilm „Die Sprache der Bienen“ und die Diaschau „Quellen des Nektars“. Beide Werke waren lange Jahre im Verleih des V.D.S.B.

 

1993 Faulbrut auf der Belegstelle

 

1995 75 Jahre Zuchtgruppe Wyna, dazu erstes Belegstellenfest

 

1995 Apimondia in Lausanne

Zwei Vereinsmitglieder (Kurt Gautschi und Gerhard Fasolin) beteiligen sich an
Wettbewerben und gewinnen eine Bronzemedaille und ein Diplom. (Welche andere Sektion kann das schon von sich behaupten?!

Eine grosse Vereinsdelegation besucht vom 15. bis 19. Aug. diese Ausstellung.

 

Die letzten 25 Jahre waren geprägt vom Erscheinen der Varroa-Milbe, die sich nach und nach von Russland her genähert hatte. Nun galt es, wirksame Behandlungsmethoden dagegen zu entwickeln, was in der Anfangsphase mancher Königin und manchem Volk das Leben kostete. Heute hat man die Bekämpfung dieser Milbe im Griff, doch machen diverse Viruserkrankungen den Bienen und den Imkern das Leben schwer. Unerklärliche Völkerverluste ungeahnten Ausmasses beschäftigen die Imkerschaft, und schon mancher Imker hat sein Hobby deswegen aufgegeben. Die Zahlen sind erschreckend:

 

Imker

Völker

Wynental und Umgebung 1987

147

1937

Wynental und Umgebung 2010

98

762

 

Schweiz 1987

19679

237938

Schweiz 2010

14010

115386

 

1989 wurde das erste Belegstellenfest bei der Knabenrütihütte organisiert. Dieser Anlass erfreut sich grosser Beliebtheit und ist aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken.

 

Zwei Imkerreisen in die Tschechei fanden ebenfalls grossen Anklang.

 

 

 

Vereinspräsidenten seit der Gründung 1878

1.

Dr. J. Süess, Bezirkslehrer, Reinach

1887

2.

J.L.Galliker, Lehrer, Pfeffikon

1890

3.

Emil Brändli, Lehrer, Oberkulm

1894

4.

A.Haller-Hauri, Lehrer, Gontenschwil

1901

5.

G. Wirz, Menziken

1903

6.

A. Haller-Hauri. Lehrer, Gontenschwil

1905

7.

Pfarrer Glur, Gontenschwil

1911

8.

Hans Speck, Bäcker, Oberkulm

1912

9.

R. Eichenberger, Zigarrenfabrikant, Zetzwil

1917

10.

Walter Merz, Postverwalter, Reinach

1931

11.

Rudolf Burger, Fotograf, Reinach

1957

12.

Max Hochuli, Oberkulm

1973

13.

Fritz Burkhard-Cattaneo, Oberkulm

1981

14.

Otto Fuhrer-Kälin, Dürrenäsch

1987

15.

Max Hochuli, Oberkulm

1996

16.

Martin Gürber, Dürrenäsch

1998

17.

Eugen Bolliger, Oberkulm (Vize-Präsident)

2000

18.

Felix Kellenberger, Menziken

2001

19.

Kurt Gautschi, Gontenschwil

2009

20.

Andreas Widmer, Unterkulm

2011

 

 

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Gontenschwil, 27. Dez. 2010

Kurt Gautschi